Javascript ist Toll!

25. November 2011 - 12:08

“Mein liebstes Linuxbasiertes Betriebsystem”

Ubuntu ist nicht mehr mein "liebstes Linuxbasiertes Betriebsystem" (wie Sheldon in einer Folge der Serie Big Bang Theory mal sagt).

Seit ca. 1 1/2 Jahren bin Linuxnutzer. Genauer gesagt Nutzer von Ubuntu. Die anfänglichen Schwierigkeiten hatte ich schnell überwunden, da es mir durchaus Spaß macht, mich mit den Interna meines Rechners und seines Betriebsystem auseinander zu setzen. Mittlerweile hatte ich Ubuntu im Freundeskreis schon dreimal installiert und den einen oder anderen von den Vorzügen überzeugt Linux zu nutzen oder zumindest als Option auf dem nächsten Rechner mal auszuprobieren.

Schon seit einigen Monaten zeigte mir die Updateverwaltung eine "neue Version von Ubuntu steht zu Verfügung" an. Da ich aber bereits kritische Stimmen über das was da kommt gelesen hatte, habe ich diesen Schritt vorerst nicht gemacht.

Als ich aber vor kurzem bei einem Freund die aktuelle Version installiert hatte, gefiel mir Unity eigentlich ganz gut. Das ich zuerst nach Einstelllungen suchen musste war zwar nervig, aber solange es möglich ist sie zu finden bereitet es mir keine grossen Schwierigkeiten, mich auf ein anderes System umzugewöhnen. Also installierte ich mir Ubuntu 11.x

In der ersten Woche arbeitete ich mich in das Konzept ein und empfand es als halbwegs angenehm. Auch wenn ich hier und dort Einstellungen ändern musste. Doch nun kam der Sprung von der Version 11.04 auf 11.10 und das Grauen nahm seinen Anfang. Unity wird definitv nicht mein System!

Ich schaue öfters "normalen" nicht technisch interessierten Anwendern über die Schulter, da ich hin und wieder bei Computerproblemen helfe. Dort ist mir aufgefallen, dass dieser Anwenderkreis ein völlig anderes Nutzerverhalten hat als ich.

Fenster existieren für sie so als solches nicht. Jede Anwendung wird im Vollbildmodus betrieben und in der Regel auch immer geschlossen, bevor eine neue Anwendung gestartet wird. Auf Nachfragen nach dem warum, wurde mir erklärt, dass es für sie "unaufgeräumt" wirkt, wenn in der Taskleiste Anwendungen dargestellt sind. Auf die Idee, ein Fenster in der Größe zu verändern oder es zu verschieben (was ja beides im Vollbildmodus gar nicht geht), kommen diese Nutzer nicht.

Das Menü einer Anwendung existiert für sie gar nicht und wird nur in den aller größten Notfällen oder wenn es die "Computerhilfe" sagt, benutzt. Einstellungen verändern ist Zauberei, die dem "Fachmann" überlassen wird.

Die Ubuntu Entwickler haben sich daher konsequenterweise entschieden, diese Dinge zu entfernen. Das Anwendungsmenü ist weg und wurde das globale Menü, dass nur noch eingeblendet wird, wenn die Anwendung fokusiert ist und die Maus über dem oberen Panel ist. Ansonsten wurde fast alles andere aus diesem Panel verbannt.

Die Taskleiste ist völlig verschwunden und dem Launcher gewichen. Dort können die Anwendungen gestartet werden, aber nicht mehr beendet. Minimierte Anwendungen sind nun anhand eines kleinen weissen Striches im Anwendungssymbol zu erkennen.

Auch die Fensterbedienlemente sind verschwunden. Der Fensterrahmen ist jetzt ein virtuellen Rahme und die Scrolleiste wird nur noch bei Bedarf eingeblendet. Das war aber das erste was ich bei Unity deaktiviert hatte.

Es sieht also so aus, dass ich die falsche Distribution gewählt habe. Ubuntu richtet sich an Anwender mit kleinen Monitoren (Netbooks, Smartphones u.ä.) und an die, für die Fenster lästig sind und deren Desktop möglichst leer und aufgeräumt sein soll.

Allen anderen, die gerne Fenster verschieben, vergrößern oder Dateien zwischen Anwendungen per Drag&Drop hin und her ziehen wollen. Gerne ihr Programm und System auf ihre Bedürfnisse konfigurien oder auch mal im Menü eine Änderung einstellen wollen, macht Unity das Leben schwer.

Für mich ist sehr lästig, da ich ein funktionierendes System nun komplett neu aufsetzen muss. Das ist zwar Dank des /home Verzeichnis, leichter als mit Windows. Aber trotzdem muss ich meine Apache, mysql, Perl und php Einstellungen suchen oder wieder neu einrichten. Die mysql Daten irgendwie sichern und hoffen, dass meine neue Distribution (vermutlich Debian) mit allen Programmdaten etwas anfangen kann.

Was mich als Linuxneuling wundert ist, dass sich viele von diesen Dingen nicht wirklich konfigurieren lassen. Der Rat, z.b. Lubuntu oder Xubuntu, bzw. die entsprechenden Metapakete zu installieren, habe ich natürlich ausprobiert. Die Taksleiste ist dann zwar wieder da, aber die Fensterrahmen sind nach wie vor verschwunden und auch die Wahl anderer Themes brachte keine Verbesserung.

Alles in allem, war das eine böse Überraschung für mich, aber da ich, wie schon gesagt gerne ausprobiere, zwingt mich das dazu, mich mal ein wenig in der Linuxwelt umzusehen, was ja auch nicht schaden kann.

Mein Rat: Wer es gewohnt ist, mit Fenstern und Fensterinstanzen zu arbeiten und dies gerne tut, der sollte vorläufig die Finger von Unity lassen.

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Comments (11)
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11 Kommentare

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Seiten:

1. Kommentar von: Hain
27. November 2011: 18:47

http://linuxmint.com/
Mint Linux wäre noch eine Alternative.
Es setzt auf Ubuntu auf. Verwendet zwar Gnome 3, was ja auch in der Kritik ist, aber die haben es so angepasst, dass es Gnome 2 ähnlich daherkommt.

Ich werde wohl Mint demnächst auf mein Laptop drauf machen. Das Laptop soll einfach nur laufen.
Da will ich nicht rumfummeln müssen.

Aktuell ist noch Xubuntu mein Laptop installiert.
Der Lüfter wird nicht automatisch geregelt und läuft laut. Der Akku hält etwa nur noch die halbe Zeit.

Ich werde an Ubuntu vermissen, dass viele Sachen gerade unter Linux einfach funktionieren.
Bei Lubuntu oder Xubuntu findet man leider doch dies und das was nicht geht, was zuvor unter Ubuntu Gnome 2 prima klappte.

Kubuntu hatte ich auch kurz auf dem Laptop. Nur ging gleich mal das Shutdown per Menü nicht. Und wenn es schon so los geht, … nee.
KDE ging bei mir bisher noch immer schnell von selbst kaputt; irgendein config property was plötzlich nicht mehr passte und manuell angepasst werden muss.
.. nee, nicht schon wieder.

http://www.opensuse.org hab ich nur in einer VM im Test. Wenn das Laptop ehh neu aufgesetzt wird, könnt man das (zwischenrein ;) ) vielleicht mal antesten.
Bin aber noch unschlüssig.

2. Kommentar von: Struppi
27. November 2011: 21:30

SUSE ist aber auch KDE, oder?
und ich finde den knubbeligen Gnome Style schöner, aber das ist natürlich Geschmackssache.
Mint hatte auch schon in’s Auge gefaßt. Aber irgendwie möchte ich Gnome wieder zurück und werd mir mal Debian anschauen. Ich hab nichts zu verlieren, mittlerweile kann ich keine CD/DVD mehr brennen. Von einem Tag auf den anderen. :-(

3. Kommentar von: Hain
27. November 2011: 23:24

openSuse ist KDE aber auch Gnome. Habs gerade nochmal die KDE Version in einer VirtualBox angeschaut und werde es lieber mal lassen.

Debian ist sicher ne gute Wahl. Nicht OpenSource Codecs und so muss man sich bei Bedarf extra ziehen.
Die haben im 6er noch Gnome 2. Die Frage nur, wie lange noch.
Aber die releasen nicht so oft, von daher … ;)

Mint wirds werden für mein Laptop. Hab am Freitag noch die 12 RC gezogen. Heute gibts das 12er Release ganz frisch.

Auf dem Desktop Rechner komme ich gerade gut mit Lubuntu zurecht. Kommt dem 2er Gnome sehr nahe. Nur diese netten Menü Leisten Gimmicks vom alten Ubuntu Desktop hats dort nicht.

Bis auf KDE hat mir kein anderes Desktop System auf Ubuntu ein Problem gemacht. Installieren, deinstallieren. Und ich hab auch die letzten Wochen einige probiert.
CD brennen: GnomeBaker

4. Kommentar von: Struppi
28. November 2011: 08:20

Jaja, ich hab hier mttlerweile auch alles möglich ausprobiert: XFCE, LXDE, awesome
Das brennen an sich geht (mit Brasero oder xfburn) aber die CD/DVD ist danach nicht lesbar (weder mit Linux noch mit Windows). Ich denke, das muss an irgendwelchen Systemkomponenten liegen.

Gnome3 scheint auch umstritten zu sein und eigentlich fand ich Unity gar nicht so schlecht, zumindest in der ersten Woche, als ich noch die 11.01 Version hatte. Aber da ließ sich noch viel konfigurieren.

5. Kommentar von: Eugen
7. September 2012: 09:50

Sehe ich genauso…

Habe von 10.04 auf 12.04 geupdatet und bin “schwer enttäuscht” :D
Es ist ja nicht nur, das man Unity weniger gut bedienen kann, nein: Es lässt sich bei mir auch kaum anpassen, und häufig gibt es Fehler die das Dock einfach nicht anzeigen.
Früher habe ich dann einfach Anwendungen über ALT+F2 gestartet, haha aber dieser Programm Ausführen Dialog wird auch vom (in dem Fall nicht funktionierenden) Dock abgefangen.

Werde mir auf jedenfall ne Alternative suchen:
Mint oder Doof7 :D

6. Kommentar von: Struppi
8. September 2012: 10:01

Du hast Glück gehabt, dass der Update überhaupt funktioniert hat.

Ich habe mindestens einen “Neulinuxer” verloren, weil bei ihm der Update auf 12.04 so fehlgeschlagen ist, dass der Rechner nicht mehr hoch fuhr. Er hat dann auch einfach Windows7 gekauft und ist jetzt Glücklich (was ich nicht verstehe, aber es gab immer wieder kleinere Probleme mit Ubuntu bei ihm).

Das dies ein weit verbreitetes Phänomen ist, läßt sich im entsprechendem Unterforum auf Ubuntutusers nachsehen. Dort findet man dutzende Hilferufe von gescheiterten Updates.

Ich bin jetzt seit einem Jahr mit Debian zufrieden. Habe dort meine Taskleiste und kann Fenster ziehen, schieben und es gibt einen echten Scrollbalken.

7. Kommentar von: Thomas
19. September 2012: 15:21

Moin!

Gerade über diese kleine Diskussion gestolpert…
Bin selber gerade auf der Suche nach einer vernünftigen Distribution.

Nachdem mich Kubuntu nach einem Update (auf 12.04 oder so) nicht mehr mal bis zum Login
geführt hat und dieses Unity irgendwie für gaaanz andere Menschen gemacht ist,
SUSe auch negative Erinnerungen weckt und ich nach wie vor (oder besser wieder) Gnome2 Fanboy bin, werde ich mich nun auch mal ran machen und ein Debian aufsetzen…

Oder hat sich deine positive Meinung über Debian mittlerweile geändert?

Evtl. Erfahrung bzgl. ATI Treibern?

mfg

8. Kommentar von: Struppi
20. September 2012: 09:17

Nee, ich nutze Debian 6 (Gnome2) und bin äußerst zufrieden. Probleme gibt es kaum.

Am Anfang hatte ich ein bisschen Schwierigkeiten, weil ich Firfefox/Thunderbird nutze. Ich hatte sie dann ursprünglich aus den Ubuntu 10.x Quellen installiert. Mittlerweile geht es auch so http://www.libre-software.net/how-to-install-firefox-on-ubuntu-linux-mint

Auch skype habe ich aus externen Quellen installiert, d.h. Debian ist ab und zu etwas unbequemer als Ubuntu, aber wer das Terminal benutzen kann, der kann auch das.

Schwieriger ist die etwas langsame Aktualsierungspolitik von Debian. Das führt dazu, dass es z.b. nicht möglich ist ein aktuelles Shotwell zu installieren. Hier läuft 0.7.2 aktuell ist 0.13, der Funktionsumfang ist doch deutlich geringer.

Mit der Grafikkarte habe ich keine Probleme, aber ich habe eine von Nvidia. Blöd ist, das es keine Liveversion gibt und die Installation fand ich etwas hakelig, ich hätte gerne mehr behalten, aber die Partitionierung habe ich nicht hingekriegt, beim zweiten Versuch habe ich dann einfach die komplette Platte platt gemacht. So musste Win7 dran glauben :-)

9. Kommentar von: blackcat
27. Februar 2013: 21:36

Ich kann nur jedem raten, sich auch einmal ArchLinux anzuschauen. Die Distri ist sehr gelungen und was für mich interessant ist: technisch immer auf einem aktuellen Stand, da bleeding edge. Trotzdem hatte ich seltenst Probleme mit Updates oder größeren Änderungen. Nur einmal bekam ich Frust, als Arch auf Systemd umgestellt wurde. Letzten Endes muss ich aber sagen, dass die Umstellung lohnenswert war :-)
Ich will gar nicht mehr zu Ubuntu zurück. Ich habe ein Interesse an brandaktuellen Paketen und Ubuntu war immer etwas hinterher mit seinem Release-Zyklus (speziell bei NodeJS merkte ich das).

10. Kommentar von: blackcat
27. Februar 2013: 21:39

btw. die Umstellung auf 12.04 war auch mein Grund auf Arch zu wechseln.

11. Kommentar von: Struppi
27. Februar 2013: 22:01

Danke und was für ein Zufall. Letzte Woche hatte ich auch mit Arch (in VirtualBox) experimentiert und mich hat es auch begeistert. Wobei es aber für Anfänger etwas tricky ist, weil man am zuerst in einer nackten Konsole landet.

Es wird aber sicher mein nächster Versuch, wenn ich mal wieder einen Rechner neu einrichten muss. Fedora und Mint haben mich nicht so überzeugt.

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