Javascript ist Toll!

16. Februar 2012 - 12:07

GoodBye Google

Es macht ja nun schon einige Zeit die Runde, dass Google sich eine neue Datenschutzbestimmung zulegt. Hauptsächlich wird dies damit begründet, dass die vielen Dienste, die Google anbietet, damit alle Vereinheitlicht werden, bzw. deren AGB.

Die sogenannte Datenschutzerklärung ist online in einer Vorschau einsehbar. Was ich mich beim durchlesen zuerst gefragt habe, worin besteht hier der Schutz?

Verbraucherschutz?

Interessant ist der Abschnitt, wann geben wir Ihre Daten weiter. Dort wird ein Punkt genannt, der die Frage ungefähr so beantwortet: "... immer wenn wir mit einer Firma zusammen arbeiten"

Wir stellen personenbezogene Daten unseren verbundenen Unternehmen, anderen vertrauenswürdigen Unternehmen oder Personen zur Verfügung, die diese in unserem Auftrag verarbeiten, auf Grundlage unserer Weisungen und in Übereinstimmung mit unserer Datenschutzerklärung sowie anderen angemessenen Vertraulichkeits- und Sicherheitsmaßnahmen.

Alles in allem, sagt diese vermeintliche Datenschutzerklärung nichts weiter aus als, dass Google so viele Daten wie technisch möglich ist von den Usern erhebt und speichert. Und wenn sie Geld damit verdienen können auch weiterreichen werden.

Datenschutz?

Aber auch bei den Einschränkungen weiter unten, wird es kritisch.

Wir werden personenbezogene Daten an Unternehmen, Organisationen oder Personen außerhalb von Google weitergeben, wenn wir nach Treu und Glauben davon ausgehen dürfen, dass der Zugriff auf diese Daten oder ihre Nutzung, Aufbewahrung oder Weitergabe vernünftigerweise notwendig ist, um anwendbare Gesetze, Regelungen, oder anwendbares Verfahrensrecht einzuhalten oder einer vollstreckbaren behördlichen Anordnung nachzukommen. geltende Nutzungsbedingungen durchzusetzen, einschließlich der Untersuchung möglicher Verstöße. Betrug, Sicherheitsmängel oder technische Probleme aufzudecken, zu verhindern oder anderweitig zu bekämpfen. die Rechte, das Eigentum oder die Sicherheit von Google, unserer Nutzer oder der Öffentlichkeit vor Schaden zu schützen, soweit gesetzlich zulässig oder erforderlich.

Für mich ist der Passus nicht in Ordnung. Persönliche Daten sollten nicht mit solch einer schwammigen Erklärung weitergegeben werden dürfen. Letztlich wird ALLEN ein Zugriff auf meine Daten eingeräumt, wenn GOOGLE der Meinung ist, das wäre rechtlich Notwendig.

Auch der ausdruck vollstreckbaren behördlichen Anordnung heisst für mich nicht, dass damit eine richterliche Anordnung gemeint ist. Wenn das wirklich eine Schutzerklärung sein soll, wo sind dann die Formulierung die mich schützen?

Ich bin der Meinung, das zumindest hier eine Einschränkung hinein gehört. Es geht um z.T. sehr persönliche Daten und da erwarte ich, dass nur ein Richter den Zugriff auf diese Daten erlauben kann. Alles andere sind Polizeistaatliche Maßnahmen, wo die Polizei die Macht und das Recht haben, alle Informationen die es gibt zu erhalten und zu verwerten. Und genau darum geht es, wenn der Zugriff auf meine Privatsphäre dem Staat erschwert werden soll. Entweder er hat nur sehr eingeschränkten Zugriff, dann muss dass eine Firma aber auch so formulieren oder er hat uneingeschränkten Zugriff, dann steht das Polizeirecht über allem und wir gehen unguten Zeiten entgegen.

Ich weiß, einige werden den Begriff als überzogen ansehen. Aber wie definiert sich ein Polizeistaat?

Die letzten Jahre haben gezeigt, dass die Verfolgungsbehörden und Vollzugsbeamten immer mehr und intensiver dazu übergehen grundlegende Rechte, die der Bürger gegenüber dem Staat hat, auszuhebeln. Überwachung, Kontrolle, Zugriff auf Daten, aber auch Polizeigewalt nehmen in einem bedrohlichen Maße zu. Begründet werden soll das damit, dass die Strafverfolgung von schweren Straftaten ansonsten erschwert werden würde. Tatsache ist aber, dass die Überwachungsmassnahmen die es gibt, überwiegend für Kleinkriminalität und Drogendelikten genutzt werden.

Mir persönlich macht diese Erklärung von google Angst und dass darüber hinaus alle Dienste noch mehr miteinander verknüpft werden, war für mich ein Grund meinen Account dort zu löschen. Ich fand es sowieso merkwürdig warum mein youtube Account mit meinem Webmaster Tools Account verknüpft werden muss. Ich mische ungern privates und berufliches, doch google erlaubt mir nicht so zu handeln.

Alternativen

Suchmaschine

Google ist ja vor allem als Suchmaschine bekannt geworden. Hier kann ich als Alternative Duck Duck empfehlen. Ich nutze sie seit mehreren Wochen und komme damit ganz gut zurecht. Daneben scheint auch Fireball halbwegs vernünftige Ergebnisse zu finden.

Video

Seit google youtube gekauft hat, wurde das nach und nach in das Gesamtkonzept integriert. Wie eben, das der Youtube Account plötzlich mit dem google Account verknüpft wurde. Leider ist der Platzhirsch so gross, dass andere Plattformen ein bisschen untergehen und auch von den Usern nicht so gefüttert werden. Ich habe aber schon mal angefangen mich bei Vimeo umzuschauen.

Nachtrag 17.2.2012:: Passend dazu, kam gestern auf Netzpolitik.org ein Artikel über staatliche Überwachung, der folgenden Absatz enthält:

Ob Anbieter wie Facebook, Skype, Google, Twitter oder StudiVZ die Herausgabe von Daten schon einmal verweigert haben, können Zollverwaltung, BKA und Bundespolizei nicht sagen. Verfassungsschutz, BND, MAD und Generalbundesanwalt hingegen sind noch keine Daten verweigert worden.

So habe ich mir das vorgestellt. Mit dieser Datenschutzerklärung stimmt man also diesem Verhalten zu. Es bedeutet: Ja, ich habe nichts dagegen, dass google jederzeit nach eigenem Gutdünken irgendwelchen Behörden auf Anfrage Daten über mich oder von mir zu Verfügung stellt. Denn, wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten.

Nachtrag 16.10.2012:: Leider etwas spät, aber auch alle Datenschützer in der EU sehen das genau so und haben daher Google in einem offenen Brief gerügt:

“Hohe Datenschutzstandards“ verspricht Google, Transparenz bei der Erfassung von Daten und ein verantwortungsvoller Umgang damit. Doch für EU-Datenschützer sind das leere Versprechen. Aus ihrer Sicht entsprechen die seit März geltenden Nutzungsbestimmungen nicht dem europäischen Datenschutz. In einem gemeinsamen Brief fordern die Datenschutzbehörden der 27 EU-Länder das US-Unternehmen auf, die Nutzungsregeln zu ändern.

zitiert die Frankfurter Rundschau die Datenschützer.

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Comments (2)
1793 mal gelesen.
flattr

2 Kommentare

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Seiten:

1. Kommentar von: islandpingu
25. April 2012: 12:50

dailymotion.com, empfehlung neben vimeo.com

2. Kommentar von: Struppi
25. April 2012: 13:50

Danke.

Auf vimeo ist leider das Angebot noch seh überschaubar, daher nutze ich immer noch oft youtube (nur halt nicht eingeloggt).

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